Bitcoin-ETFs in den USA zugelassen

Bitcoin

Gestern Abend hat die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC erstmalig entschieden, Bitcoin-ETFs (Exchange-Traded Funds) zu genehmigen, was einen bemerkenswerten Meilenstein in der Geschichte der Kryptowährungen darstellt. Nach jahrelangen Anträgen und Ablehnungen hat die SEC nun 11 Anträge für Spot Bitcoin ETFs genehmigt. Wir erklären die wichtigsten Punkte.

Was sind ETFs?

Ein ETF ist eine Art Investmentfonds, der im Gegensatz zu klassischen Fonds ähnlich wie Aktien an der Börse gehandelt wird. Er bietet Anlegern die Möglichkeit, in Vermögenswerte zu investieren, ohne diese selbst kaufen zu müssen. Ein ETF bildet in der Regel einen bestimmten Index wie den DAX oder eine einzelne Anlageklasse wie Bitcoin ab und ermöglicht es Anlegern, von der Gesamtperformance des Index oder der jeweiligen Anlageklasse zu profitieren. Im Falle der genehmigten Spot Bitcoin ETFs werden die Anbieter selbst Bitcoins kaufen und die Verwahrung organisieren, sodass die Anteile der jeweiligen ETFs 1:1 mit Bitcoins hinterlegt sind.

Anbieter und Börsen der neuen Bitcoin-ETFs

Zu den in den USA genehmigten Bitcoin-ETFs gehören Produkte von einigen der weltweit größten Vermögensverwaltungsgesellschaften wie BlackRock, Fidelity, VanEck und Invesco sowie weitere Angebote kleinerer Anbieter wie ARK 21Shares. Diese ETFs werden ab heute an den wichtigsten Börsen, darunter der NYSE und dem Nasdaq, gehandelt.

Gebührenstrukturen der Bitcoin-ETFs

Die Gebühren der angekündigten Bitcoin-ETFs variieren, sind aber grundsätzlich sehr günstig: BlackRock beispielsweise verlangt eine Gebühr von 0,2% p.a., bis ein Fondsvermögen von 5 Milliarden US-Dollar erreicht wird. Bitwise folgt mit 0,24% p.a., während Ark 21Shares und VanEck jeweils 0,25% p.a. verlangen. Grayscale liegt mit einer Gebühr von 1,5% p.a. an der Spitze. Einige dieser Anbieter bieten jedoch Einführungsrabatte an, bei denen die Gebühren vorübergehend reduziert oder ganz erlassen werden.

Was sind die Vor- und Nachteile von ETFs?

Mit der Einführung von ETFs haben Anleger einen wesentlich einfacheren Zugang zum Kryptomarkt. ETFs ermöglichen es Anlegern, indirekt in Bitcoins zu investieren, ohne sich mit den Herausforderungen des direkten Kaufs und der Verwahrung von Bitcoins in eigenen Wallets auseinandersetzen zu müssen. Es genügt ein “normales” Depot bei einer Bank, was für viele ein großer Vorteil sein kann. Dies könnte zu einer breiteren Akzeptanz und einem höheren Kapitalfluss in den Kryptomarkt führen.

Ein Nachteil von Bitcoin-ETFs ist, dass Anleger die Bitcoins eben nicht direkt halten, sondern auf Finanzdienstleister angewiesen sind, was einerseits Gebühren und andererseits Kontrahentenrisiken mit sich bringt. Zudem unterliegen die ETF-Anbieter vollständig der US-Regulierung und sind damit nicht dezentral, wie es Krypto-Enthusiasten eigentlich bevorzugen.

Nächster Meilenstein: Das Bitcoin-Halving im April 2024

Nach der Zulassung der ETFs zeichnet sich bereits der nächste Meilenstein für Bitcoin ab: Das nächste Bitcoin-Halving, das für April 2024 erwartet wird. Beim Halving wird die Belohnung für das Mining von Bitcoin halbiert, was zu einer Verknappung des Angebots führt. Obwohl Bitcoin-Halvings einem klar definierten Zeitplan folgen und daher für Investoren keine Überraschung sein sollten, haben sie in der Vergangenheit häufig zu erhöhtem Interesse und Preissteigerungen geführt.

Fazit

Die Genehmigung dieser Bitcoin-ETFs durch die SEC ist ein entscheidender Schritt zur Legitimierung von Kryptowährungen als Anlageklasse. Sie bietet traditionellen Anlegern eine leichter zugängliche und regulierte Möglichkeit, in den Kryptomarkt zu investieren, ohne selbst Bitcoins kaufen und halten zu müssen. Insgesamt könnte dies zusammen mit dem bevorstehenden Bitcoin-Halving in naher Zukunft zu einer erhöhten Nachfrage nach Bitcoin und entsprechend steigenden Preisen führen.

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